Der einzig richtige Game Of The Year-Award!

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Wie wir wissen, sind alle GOTY-Verleihungen kompletter Mist. Spiele werden übersehen, vergessen, unfair zu hoch oder zu niedrig platziert, und so weiter und so fort. Niemand hat recht. Daher hier nun die einzig richtige, offizielle und absolut korrekte GOTY-Verleihung.

 

Bestes altes Spiel:
Dragon’s Dogma: Dark Arisen

Kam eigentlich schon 2012 heraus, aber 2015 auf PC mit Addon und allem Pipapo. Dragon’s Dogma ist was passiert, wenn man Dark Souls und Shadow of the Colossus zusammenmixt, ein richtig spaßiges Kampfsystem hinzugibt und mit einem guten Schuss Open World nachwürzt. Wobei die Hälfte dieses Schusses leider neben das Glas ging und langsam den Tisch heruntertropft.

 

Bestes Remake:
Valkyria Chronicles Remastered

Ebenfalls schon einen Tag älter, aber offiziell als Remake neu erschienen. Valkyria ist ein fantastisches Taktik-Spiel a’la Fire Emblem, Shining Force oder Langrisser, bietet aber dazu noch eine relativ spannende, auf jeden Fall aber spaßige Story um eine Animu-Millitäreinheit, die allerlei Abenteuer erlebt. Eure Truppe ist weitestgehend vom Zufall bestimmt, dennoch gibt’s haufenweise Charaktere, deren kurze Info zusammen mit ihren Sprachsamples und dem entsprechenden Headcanon tatsächlich Charakter haben. (Fast) jeder Tod ärgert, aber glücklicherweise dürfen Verwundete von Medics vom Feld geräumt und später aufgepäppelt werden – eine coole Funktion.

 

Bestes Gefasel:
Firewatch

Nur über’s Funkgerät und (vielleicht?) niemals persönlich spricht man als Henry, seines Zeichens neuester Zuwachs der namensgebenden Feuerwache im Shoshone Forest, Wyoming, mit seiner Chefin Delilah. Trotzdem schafft’s die von ihnen gebildete, teils sehr persönliche Kurzgeschichte um Liebe, Schmerz und das Leben locker, für ordentlich Gefühl zu sorgen. Gegen Ende wird’s ein klein wenig „eeeh?“, anscheinend wollte Entwickler Campo Santo doch noch ein wenig mehr „Spannung“ in den Spannungsbogen biegen, dies hätte das Spiel aber eigentlich gar nicht nötig gehabt: Man will auch so das Spiel – und damit das Funkgeflüster mit Delilah – beenden, einfach um zu sehen, wie die Story zuende geht.

 

Bestes Dark Souls ohne 3:
Salt and Sanctuary

Vollkommen in zwei Dimensionen präsentiert sich Salt and Sanctuary, und zeigt schon in den ersten 3 Minuten, wie ein „Souls“ in 2D auszusehen hat: Wer nicht aufpasst, wird schnell auch vom Fußvolk oder fiesen Fallen fertiggemacht, wer einigermaßen ausweichen oder blocken kann, hat schon eher Glück. Der Einfluß des großen Bruders ist zwar ab und an etwas sehr auffällig – böse Zungen mögen von Plagiatismus sprechen – am Ende ist es aber unterschiedlich genug, um zu beeindrucken. Gerade, wie trefflich Grundgedanken eines dreidimensionalen Klassikers auf zwei Dimensionen herunter reduziert wurden, ist beachtlich. Dass das Ganze dann auch noch sehr gut spielbar ist und einiges an eigenen Ideen mitbringt, ist nur die Axt auf dem Kuchen.

 

Bestes Dark Souls mit 3:
Dark Souls 3

Hat nur ganz knapp die Nominierung zum tatsächlichen GOTY verpasst, aber die Kategorie ist ja eh langweilig. Souls 3 ist für mich ein absolut würdiger Abschluß der Trilogie, ich mochte zwar 2 sehr, aber irgendetwas hat gefehlt. Dieses Etwas ist in 3 wieder absolut vorhanden, zusammen mit jeder Menge Anspielungen und Lore-Erweiterung aus beiden Teilen und sogar einem kleinen Schulterschluss Richtung Bloodborne. Falls ich diesen Ring nicht falsch interpretiere, was mir bei Souls durchaus passieren kann.
Ist aber auch egal. Es macht wieder irre Spaß, und auch das Leveldesign ist wieder Souls as fuck.

 

Unterbewertetstes Indiegame:
Everybody’s Gone To The Rapture


So viele Leute belächeln dieses Spiel. „Walking Simulator“. „Prätentiöser Indiescheiß“. „Das ist kein Spiel“. Fuck you, klar ist es ein Spiel. Ein sehr langsames, ein sehr ruhiges, vielleicht sogar ein behäbiges Spiel, aber dafür ein unglaublich stimmungsvolles und wunderschönes Stück Software.
Ich könnte jetzt minutenlang Text tippen über die bewegende Story um Dr. Kate Collins und ihren Mann, Stephen. Über ein Dorf, welches merkwürdigerweise keine Einwohner mehr hat, und die Gründe dafür. Darüber, was es mit dem geheimnisvollem Licht auf sich hat, von dem alle reden. Über die Schicksale von Evie Baker, Wendy, über Eddie oder Lizzie, und über so viele andere glaubwürdige Personen die alle ihre eigenen großen und kleinen, aber immer mitreißenden Probleme hatten, bevor das Licht aufgetaucht ist. Aber jeder Satz wäre ein Spoiler, und ich will, dass ihr dem Spiel zumindest ne Chance gebt, euch ebenfalls zu überzeugen. Es ist nämlich richtig, richtig cool, mitreißend und erschafft mühelos Gänsehaut, Freude und Trauer mit wunderschönen Bildern, tollen Geschichten und einem fantastischen Soundtrack von  Jessica Curry.

 

 

Bestes Virtual Reality-Spiel:
Batman Arkham VR

Viel zu kurz. Hab’s zwei Stunden „angespielt“ und dann war auch schon das Ende da. Aber hui, was für eine Erfahrung das war.
Die Storyline von Arkham VR bildet den Abschluß der vorhergehenden Batmans, und ist vermutlich auch nicht besonders toll – sie ist zumindest absolut und gar nicht im „Sinne“ der (im weitesten Sinne) Comicvorlage und hat ein recht zwiespältiges Ende. Was aber bis dahin passiert, ist sehr, sehr beeindruckend und zeigt dem Spieler, wie cool und, tja, lebensecht VR wirklich sein kann.

 

Spiel, welches ich immer noch nicht gespielt hab:
Let it Die

Hab nur Gutes drüber gehört, aber immer noch nicht angefangen. Kommt noch.

Bestimmt.

 

Längstes Warten:
The Last Guardian

Immer wieder sehe ich in Lets Plays und Berichten, wie Trico sich „weigert“, auf den Spieler zu hören. Wie er (sie?) seinen eigenen Willen hat, und sich manchmal nur nach mucken und schubsen bequemt, doch mal bitte zu hüpfen oder eine Wand hochzulehnen.
Ja, habt ihr Typen denn noch nie ein Haustier gehabt? Trico ist die absolut konsequente und logische Weiterentwicklung von Agro, der ebenfalls nicht immer das tut, was man von ihm will. Wenn Trico rafft, was ihr wollt, dann tut er’s auch. Leute.


6 fucking Jahre hab ich auf dieses Spiel gewartet, und es hat sich gelohnt: TLG ist kein alles überragendes Meisterwerk, es hat seine Ecken und Kanten, es macht nicht immer, was es will, und man landet oftmals in vermeintlichen Sackgassen. Aber: Es macht genau das, was Team ICO versprochen hat. Es reißt mit. Es ist persönlich und sagenhaft zugleich. Es schafft, dass ich mit einem simulierten Katzenhund mit Flügeln mitfühle, dass ich mich freue, wenn ein „Trick“ klappt oder wenn ich einen neuen Weg gefunden habe. Keine Physikkacke, keine Logikrätsel, dafür haufenweise grandiose Bauten, Entdeckungen, Vistas und Environment-Puzzles. Absolut genau das, was ich von diesem Spiel erwartet habe, mit Sahnehäubchen. Und das kann man zum Beispiel von No Man’s Sky nicht behaupten. Oder von zig anderen Spielen.

Und da ich nun keinen Bock mehr hab:

 

(Trommelwirbel)

 

 

GEC Game of the Year:
The Witness

Alterrrr. Bevor ich’s gespielt habe, hielt ich mit meiner Meinung nicht hinterm Busch: „Nur diese ollen Linienpuzzles? Was soll das den fürn Spiel sein!“. Jaha, Timo, du blöder Idiot.
The Witness hat tatsächlich „nur“ Linienpuzzles. So für die ersten 3, 4 Rätsel. Dann fängt es an, dir subtil zu zeigen, dass du nicht halb so schlau bist, wie du denkst. Plötzlich gibt’s mehr Symbole in den Puzzles, und du hast keine Ahnung, was sie bedeuten. Und es gibt auch keine Tutorials, die es dir erklären. Es gibt Hinweise – an den Puzzles, in der Umgebung, vielleicht zeigt dir die Position einer Frucht am Baum nebenan, was du gerade nicht schnallst. Vielleicht hilft ein anderer Blickwinkel. Vielleicht der Schatten eines Zaunes. Und vielleicht kannst du dieses Rätsel noch gar nicht lösen, weil du erst an einen komplett anderen Teil der Open World-Witness-Insel reisen musst, um überhaupt erstmal das Grundprinzip zu raffen. Und gerade dann, wenn du glaubst, du hast alles gesehen und gehört, wirst du mit der Nase darauf gestoßen, dass absolut nichts an The Witness so ist, wie dein ignorantes Hirn zuerst gedacht hat.
Dieses Spiel habe ich nicht eher aus der Hand gegeben, bis ich nicht 100% der Trophies gelöst hatte, und das will bei mir was heißen. The Witness ist Jonathan Blow’s Meisterwerk, und das weiß es auch. Mit diesem Spiel bringt Blow dir nicht nur komplett neue Wege bei, über Logikpuzzles nachzudenken, sondern präsentiert diese auch noch in einer wunderschönen Welt, einer Insel, die du frei begehen kannst (und musst), auf der es Tausende kleine und große Überraschungen zu entdecken und zu nutzen gilt. Herrgott, selbst im Trailer verstecken sich Geheimnisse, man beachte die Reflektion bei 1:04.

Wer auch nur einen Hauch für Puzzles übrig hat, muss es einfach ausprobieren. Und ich mag Puzzles nicht mal.

 

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